donderdag 21 februari 2019

Perfekte Preußin: die BR 78 von Märklin in Spur 1

Eine ausgewogene Type – so können wir diese preußische Dame umschreiben. Mit der Achsfolge 2’C2‘, harmonischen Proportionen und einer edlen Erscheinung auf dem Gleis. Für die Wuppertaler Straße war ich auf der Suche nach einer Dampflok, die in Umgebung von Wuppertal häufig zu sehen war; die Auslieferung dieser Märklin-Lok kam also gerade im richtigen Moment!

Märklin hat mit diesem Modell einen Klassiker aus seinem Programm ersetzt. Die Basis (Fahrwerk, Aufbauten, Kessel etc.) dieses Modells besteht aus Zinkdruckguss und verleiht der Lok ein enormes Gewicht. Die Ansetzteile sind aus Messing und solide an die Lok montiert. An der äußeren Erscheinung gibt es wirklich nichts auszusetzen, sie entspricht völlig dem heutigen Kleinserien-Standard. Die Fahreigenschaften sind großartig, und es ist gerade ihre Masse, die die BR 78 so glaubwürdig macht. Wenn die Lok an mir vorbei über einen Schienenstoß fährt, dann fühlt man es gleichsam knirschen und dröhnen!
                           
Noch ein Detail, das mir besonders gut gefällt, ist der halb gefüllte Kohlenkasten. Indem man selber noch mit gesiebter Kohle arbeitet, kann man einen noch glaubwürdigeren Effekt erzielen.
Ich habe diese Lok in Stufe 2 patiniert, und die typischen Kalkspuren im vorderen Bereich musste ich natürlich auch mit Farbe und Pigmenten nachbilden. Den Elektroverteiler habe ich rot anstatt gelb gemacht, denn das fand ich viel zu auffallend.

Deutlich sind hier diverse Farben und Strukturen zu erkennen. Matt und rußig rund um den Schornstein, rostfarben auf den Wasserkästen, geputzt an den Seiten, ungeputzt an senkrechten Teilen, Kalkspuren rund um die Ventile und Fett an den Pumpen. Eine patinierte Lok sorgt dafür, dass man viel mehr Details sieht.

Die Steuerungsumschaltung mit Servomotor ist ein fantastisches Extra, die Hella-Lampen mit Riffelglas sind eine Augenweide. Die Ausführung mit demontierter Glocke hat viel Diskussionsstoff geliefert, es ist aber mit einem Vorbildfoto eindeutig bewiesen, dass sie stimmt. Gute Recherche führt oft zu interessanten Ergebnissen. Und bestimmt bei den älteren Maschinen war nicht eine mit einer anderen identisch! Märklin hat mit der BR 78 bewiesen, zu Recht ein tonangebender Produzent von Material in 1:32 zu sein.

zondag 10 februari 2019

Anlage Wuppertaler Straße Teil VI: Lampen, Laub und Lokomotiven


Beim Bau einer Anlage arbeite ich von oben nach unten. Erst die Gebäude und Ihre Verortung und das Anlegen der Gleise und Straßen. Erst wenn alles seinen richtigen Platz gefunden hat, folgen Sand, Schotter und Begrünung.


Pfützen
Aufgrund der im Modell angedachten Jahreszeit wollte ich auf dem Gelände auch Pfützen imitieren. Nach weniger erfolgreichen Versuchen mit Resin und Acrylgel las ich in dem über jedes Lob erhabenen Buch „modelling grassland landscape detailing“ von Gordon Gravett (erhältlich bei Bünnig) den Tipp, Echtglasplättchen zu verwenden. Die Zwischenräume fülle ich mit dünnen Schaumstoffplatten (foam) auf.
                           
Die 2-mm-Glasplättchen werden auf der Rückseite mit olivbrauner Farbe besprüht, die Vorderseite bleibt schön glänzend. Der Vorteil von Glas ist, dass es sich nicht statisch auflädt und wirklich klar bleibt. Perfekt also für eine saubere Reflexion.

Es werde Licht
Die Straßenlampen habe ich aus Messingrohr und Lampenschirmen von Hobby-Lobby gebaut. Eine ultrafeine LED wird durch das Rohr nach unten geführt. Das Schöne an diesen selbstgebauten Lampen ist, dass man auch die Höhe sehr einfach anpassen kann: auf dem Rangiergelände hoch, als Straßenbeleuchtung niedriger. Mit grobem Schleifpapier werden tiefe Furchen in das Messingrohr gekratzt, um die Maserung des Holzmastes zu imitieren. Anschließend graubraun altern –und schon ist man fertig!
                                     
Boden
Der Bahnübergang besteht aus Schwellen von KM1 und Paulo, die hier und da noch mit dem Hobbymesser bearbeitet wurden. Die wunderschönen Pflastersteine stammen von Juweela und wurden auf eine Gummimatte geklebt. Ich bemale sie mit Heki-Asphaltfarbe und verfuge sie danach mit feinstem Sand.
                         
Der Schotten von Spurenwelten in der Farbe „braun-schwarz“ ist für ein Betriebswerk ideal. Die Zwischenräume fülle ich mit gesiebter Asche aus dem Kaminofen, feinem Sand und Kohlengrus aus. Eine dicke Schicht KM1-Schotterkleber fixiert das Ganze dauerhaft.
„Fine Turf“ von Woodland und Gras von Silflor verwende ich für die Begrünung, und die gefallenen Blätter stammen von Polak. Viele kleine Sträucher aus Seemoos, die dasselbe Laub erhalten, sorgen für eine überzeugende Herbststimmung.


Loks
Den Regeldienst auf dieser Modellbahn versieht die Baureihe 78 von Märklin. Diese Lok ist einfach perfekt für eine Anlage wie diese, nicht zu lang, aber doch von Format und mit großen Treibrädern. Detaillierung und Ausführung dieser Lok haben mich positiv überrascht, und ich kann von diesem Traum auf Rädern nicht genug bekommen!

Aber ich konnte es nicht lassen – es musste doch noch eine Köf in der Wuppertaler Straße Dienst tun. Da hatte ich doch schon seit einiger Zeit eine Euro-Train-Messing-Köf II, die nur darauf wartete, wachgeküsst zu werden.
Mit neuen Super-NEM-Rädern von Nolte und der Digitalisierung von Oliver Kirschbaum was es leicht, aus dieser Maschine etwas Schönes zu machen.

                         
Ein DB-Logo, Warnblitz, UIC-Funkantenne, Vorhänge von Spur1-Werkstatt und ein umgebauter Lokführer wurden angebracht und anschließend gealtert.
Nun ist die kleine Lok fertig, um Abfall abzuholen, Material zu bringen und defekte Loks abzuschleppen.

Zukunft
Hiermit ist diese Artikelserie an ihr Ende gekommen. Alles mit allem ist doch unglaublich viel Arbeit zu erledigen, die manchmal langweilig, aber meistens herausfordernd ist und Spaß macht. Wie viele Stunden sie mich gekostet hat, habe ich nicht nachgehalten, aber acht Monate Arbeit – zwischen meiner normalen Patiniertätigkeit – sind es bestimmt gewesen. Ich habe wieder sehr viel dabei gelernt und freue mich schon, dies alles dem Publikum vorzustellen.
Im Anschluss an den 01TREFF sucht die „Wuppertaler Straße“ einen neuen Eigentümer.
Wenn Sie Interesse haben, dann melden Sie sich doch!

maandag 28 januari 2019

01TREFF: Die Modellbauer stellen sich vor

Nach der erfolgreichen Premiere des 01TREFFS sind die Erwartungen für die Neuauflage hoch. Man könnte also vor Schreck richtig Stress bekommen – aber ich bin sicher, dass ich Ihnen eine prächtige Auswahl von Modellbahnen höchster Qualität zeigen kann.
Außenstelle Wuppertal Straße: Das Dampflokparadies!
Wuppertaler Straße: Im vergangenen Jahr habe ich die prämiierte Vierheim Industriebahn ausgestellt, und nun darf ich Ihnen meine neueste Kreation vorstellen. Eine kleine Diorama-Anlage, die dafür geschaffen wurde, dass sich Dampfloks auf ihr zuhause fühlen. Eine Anlage, für die in jeder Wohnung Platz ist, voller Atmosphäre und Details.


Osthafen, Frank Mäule. © Foto Frank Mäule

Im Osthafen: Treue Leser des Magazins Faszination Spur 1 haben den Bau dieser modernen Epoche-6-Anlage Schritt für Schritt verfolgen können. Frank Mäule ist ein Modellbauer, der mit diversen US-Projekten in H0 Ruhm erlangt hat.
Sein erstes Projekt in Spur 1 wird in Maarn Premiere haben. Innovativer Modellbau auf Topniveau.

Deistelbach Ost, Alexander Lösch ©Foto Alexander Lösch

Deistelbacher Industriebahn: Ein weiterer echter Profi ist Alexander Lösch, der seine neueste Kreation zeigen wird. Deistelbach ist eine fiktive Industriebahn in Spur 1. Mit Hafen, Kühlhaus, Brennstoffhandel und kleinem Bahnhof lässt uns Alexander erleben, was in Spur 1 auch mit wenig Raum möglich ist.

Bad Willemshöhe, Wim Laanstra. Foto© Maarten Stolp

Bad Willemshöhe: Diese Anlage in Spur 1 ist noch ein absolutes Highlight dieser Modellbahnschau. Erbauer Wim Laanstra hat eine komplett andere Herangehensweise gewählt: Ein großzügiges Konzept mit langen Abstellgleisen. Und das alles in wunderbarer Ausführung! Eine große Anlage, aber mit der Detaillierung eines Dioramas. Für Wim ist es das erste Mal, dass er öffentlich zeigt, über welche Fähigkeiten dieser begnadete Modellbauer verfügt. Ungeahnte Klasse!

Cambach v.d.Höhe, Sascha Fliegener und Klaus Fischer
© Foto, Sascha Fliegener

Cambach v. d. Höhe: noch ein Premiere beim 01TREFF. Modellbauer Sascha Fliegener und sein Freund Klaus Fischer haben hart gearbeitet, um diese Anlage in Spur 0 für den 16. Februar noch hinzubekommen. Eine Topleistung, mit der sie erkennen lassen, was mit den neuesten Modellbautechniken in Spur 0 möglich ist. Viel Aufmerksamkeit für Landschaft und Grün, sehr naturgetreu und liebevoll gemacht. Das ist die Richtung, in die der Modellbau geht. Lassen Sie sich inspirieren!
Anlage ''Bahnmeisterei'' von Ernst Jorissen. Hier wird gedieselt!

Bahnmeisterei: Was wäre ein Spur-1-Treffen ohne Ernst Jorissen? Dieser Trendsetter zeigt mit Bahnmeisterei seine jüngste Kreation. Ein interessantes Thema, bei dem die Eisenbahnunterhaltung im Zentrum steht. Ein knatternder Rottenkraftwagen, Schwellenstapel, Schotter und Signale, die gerade instandgesetzt werden – hier ist Ernst in seinem Element.

Artists' impression. © Hans Fischbach

0’gau im Winter: Hendrik Jan Knoop zeigte diese kleine Spur-0-Anlage bei der ersten Auflage des 01TREFFS. Aber Hendrik Jan ist vor allem am Bauen interessiert und konnte es nicht lassen, einen rigorosen Entschluss zu fassen: es sollte mal tüchtig schneien! Die Anlage verfügt nun komplett über Beleuchtung hinter einer Abschlussleiste und wurde gleichzeitig kompakter gestaltet. Eine zweite Premiere für diese Anlage ist hier also genau richtig. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass dies der einzige Schnee während des Treffens ist …

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Anlage Reinhold Forster, Johannes Otterbach © Foto, Johannes Otterbach

Anlage Reinhold Forster: Johannes Otterbach berührte bei mir eine empfindliche Saite – eine Privatbahn mit selbstgebauten Dieselloks! Rangieren und manövrieren, wie es sich gehört. Zwar keine Premiere, aber sicher der Mühe wert!



Mara Harbor, Martin Welberg © Foto, Martin Welberg

Mara Harbor: Auch diese Anlage war schon öfter zu sehen, aber Martin Welberg verbessert an dieser Anlage jedes Mal wieder etwas. Es ist wahrscheinlich das letzte Mal, dass die Anlage gezeigt wird, und das möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Alles in allem erwartet Sie ein guter Mix aus bekannten Modellbauern und Neulingen. Aber gemeinsam ist ihnen allen: absolute Topqualität! Und zusammen mit ihnen hoffe ich, für die Zukunft einen neuen Weg einschlagen zu können. Denn mit all dem tollen Material, das erscheint, müssen doch auch wunderbare Modellbahnanlagen gebaut werden können. Lassen Sie sich inspirieren, holen Sie sich Tipps und Kniffe und bauen Sie Ihre Anlage modular.
Und wer weiß, vielleicht nehmen gerade SIE am 01TREFF 2020 teil!

zaterdag 26 januari 2019

Anlage Wuppertaler Straße Teil V: von Technik zu Dramatik

Wuppertaler Straße in nächtliche Atmosphäre.

In diesem vorläufig letzten Teil muss ich Ihnen ein Geständnis machen: Ich bin ganz schlecht in Elektronik. Irgendwie bekomme ich das nicht auf die Reihe. Nennen Sie es ruhig einen blinden Fleck. Für meine Gehirnwindungen ist das einfach nichts, oder es ist durch all die kreative Denkarbeit kein Platz dafür.

Aber wenn man selber etwas nicht kann, fragt man halt einen anderen! Mit einer Gruppe Freunde um dich herum, die sich allesamt kopfschüttelnd meine Verdrahtung angesehen haben, war die Hilfe nicht weit entfernt.
Die technik:

Walter bringt Ordnung in das Chaos.

Walter Smit, der Erbauer der Anlage Braubach, hat mir die Basis für Ordnung und Logik gezeigt – nicht, dass es haften bleibt, aber trotzdem …
Steckverbindungen und Kabelstränge, sauber versteckt in Kabelkanälen und an jedem Gleisstück ein eigenes Anschlusskabel. Auch eine separate Leitung für die Beleuchtung, und das war es schon.




Mit einfachen Mitteln wird eine betriebssichere Stellvorrichtung gebaut.
Ich habe selber eine mechanische Stellvorrichtung für die einzige Weiche in der Wuppertaler Straße gebaut. Der Stellknopf sitzt in einer Gewindestange und kann für den Transport leicht abgeschraubt werden. Mechanisch bin ich zum Glück kein komplett hoffnungsloser Fall. Der Kippschalter sorgt für die Verriegelung der Weichenzungen und die Polarisierung des Herzstücks.


Ein wahres Schlachtfeld; auch hier muss aus Chaos Ordnung entstehen.

Die Dramatik:

Manchmal muss man rigorose Entschlüsse fassen. Und dann ist es schön, wenn man sich selber gerade ein Fein Multitool für die notwendigen Sägearbeiten spendiert hat. Ich wollte an der rechten Anlagenseite ein etwas stärkeres Geländeprofil. Ein Hügel geht natürlich nicht, aber wohl eine tiefer gelegene Stützmauer.

Am Beginn der Arbeiten.
Manchmal muss man rigorose Entschlüsse fassen. Und dann ist es schön, wenn man sich selber gerade ein Fein Multitool für die notwendigen Sägearbeiten spendiert hat. Ich wollte an der rechten Anlagenseite ein etwas stärkeres Geländeprofil. Ein Hügel geht natürlich nicht, aber wohl eine tiefer gelegene Stützmauer.






Um die Abstellgleise an dem etwas abfallenden Gelände zu sichern, war eine Verstärkung in Form einer Mauer samt einem Abschluss mit Decksteinen notwendig. Für die Entwässerung des Terrains und für das Abwasser des Lokschuppens dient dieses Abflussrohr. Nicht wirklich ökologisch! Der Wasserstrahl besteht aus einem durchsichtigen Plastikstreifen mit einigen Schichten Acryl-Glanzgel.

Kleine Sträucher und verschiedene Gräser geben dem kleinen Stück Ödland die richtige Atmosphäre.


Sieht schon gut aus, aber da noch viele Stunden Bastelspaß bis zum Endziel.
Wenn ich und mein genialer Übersetzer Johannes es noch schaffen vor den 16. Februar, werde ich im Teil VI zeigen, wie ich mit Schotter, feinem Sand und Kohlen letzte Hand an dieses Projekt anlege. 
Dann noch das Untergestell und den Fiddleyard bauen, und Wuppertaler Straße ist fertig. Genau rechtzeitig für den 01TREFF!

zondag 6 januari 2019

Wuppertaler Straße Teil IV: Das mit dem Lokschuppen....

Schienenbus vor der ersten Version des Lokschuppens.
Im vorigen Artikel hatte ich ein Loblied auf die PVC-Platten gesungen. Darum geht es einige Zeit lang auch in diesem Beitrag, denn manchmal gelingt das Bauen nicht beim ersten Mal. Das beweist mein rigoroser Beschluss, den Lokschuppen zweimal zu bauen..


Bei Stangel habe ich, um es mir einfacher zu machen, Fenster und Türen bestellt. Einbaufertig und sehr schön gearbeitet bekam ich sie mit der Post geliefert. Der Bau des Lokschuppens konnte beginnen! Eine graue Platte diente als Basis für den Schuppen. Mit einer scharfen Reißnadel wurden die Konturen der Fenster markiert und danach mit einem Cuttermesser ausgeschnitten. Eine zweite, weiße Platte auf der Innenseite sorgt für eine ausreichende Wandstärke. .



Mit dem Arrangement war ich zufrieden, und die Einheit Lokleitung und Lokschuppen mag vielleicht speziell erscheinen, sieht aber doch realistisch aus. Das Schöne daran, komplett frei ohne konkretes Vorbild bauen zu können, ist, dass alles möglich ist. Aber es ist notwendig, tatsächlich existierende Vorbilder genau zu studieren, damit die Szenerie glaubwürdig wird. Dies beginnt schon, bevor man überhaupt das Messer an der Platte ansetzt!

Da die Lokleitung noch kein Dach hat, scheinen die Verhältnisse in dieser Phase noch gut zu sein.
Nach einer Anzahl von Skizzen dachte ich, mir hinsichtlich eines guten Resultates sicher zu sein, und mit ganzer Hingabe arbeitete ich an dem Schuppen. Nun nähere ich mich einer Modellbahn – und erst recht einer solch kompakten – wie einem Gemälde. Hierbei müssen Farbe, Stimmung und Komposition ein harmonisches Ganzes ergeben. Die Gebäude auf der Anlage bestimmen die Komposition am meisten, und gerade in diesem Punkt ging es schief. Ich fand den Schuppen zu gedrungen und zu niedrig. Von vorne betrachtet verlief die Anlage nicht in der gewünschten Wannenform. An der linken Seite ist es hoch, und an der anderen Seite läuft es am Ende nicht wieder hoch, sondern endete flach … Das Gebäude war in der Mitte ebenso hoch wie rechts. Der Schuppen musste also deutlich höher werden!

Große Fenster erfordern eine detaillierte Inneneinrichtung.
Zwar könnte man einen Streifen von 5 cm dazwischen setzen, aber ich wusste schon vorher, dass das einen hässlichen Schuppen ergeben würde. Auch waren die Fenster von Stangl nicht hoch genug. Die schmerzliche Schlussfolgerung war also, dass ich alles von neuem beginnen musste!


Deutlich zu sehen sind hier die Verhältnis zwischen Lok und Gebäude.
Freund Hendrik zeichnete mir neue Fenster und ließ sie aus dünnem, aber starkem Karton lasern. Auch diese wurden auf der Platte angerissen, und der ganze Prozess begann erneut. Jetzt etwas geübter als beim letzten Mal, war der Schuppen schnell fertig. Auch eine Inneneinrichtung entstand, und nach einer Testaufstellung war mir klar, dass mein Beschluss richtig gewesen war. Wuppertaler Straße ist nun wesentlich ausbalancierter, sodass ich mit dem Ausbau der Anlage weitermachen kann. Es gibt nämlich bis zum 16. Februar noch ziemlich viel zu tun!

Wuppertaler Straße im jetzigen Zustand. Es gibt noch einiges an Arbeit.

dinsdag 25 december 2018

Bügeleisen auf Rangiergleisen: die Baureihe E 60 von Wunder


 Mit der Ankündigung der E 60 von Märklin und dem ziemlich schnellen Erscheinen dieses reizvollen Modells dachte ich, dass man bei Wunder vielleicht von der Realisierung dieser schon viel eher angekündigten Maschine absehen würde. Aber zum Glück ist dies nicht geschehen!
Nun ist die Lok aus Göppingen sicher kein schlechtes Modell, aber was Wunder da fertiggebracht hat, ist wirklich ein Nonplusultra. Das komplett aus Messing gefertigte Modell ist eine Augenweide. Ich weiß gar nicht, womit ich beginnen soll …

Feine, durchbrochene Roste zum Beispiel. Ein äußerst filigraner Stromabnehmer, eine komplette Inneneinrichtung, hervorragend geätzte Tritte – und bei der Epoche II/III feine Gitter zum Schutz des Rangierers – und ein komplettes Bremswerk. Auch rund um der Laufachse mangelt es an nichts. Eigentlich alles, was man von einer Lok im Topsegment erwartet.


Aber wirklich erfinderisch ist die Bedienung des Stromabnehmers. Für eine gute Sicht des Lokführers ist das Führerhaus rundum verglast. Dies war vor allem bei der DB-Version der Fall. Das bringt jedoch das Problem mit sich, dass sich die Ansteuerung des Stromabnehmers nicht so ohne Weiteres tarnen lässt. Dank einer klugen Konstruktion ließ sich dies mit einem sehr dünnen Draht umsetzen – einfach genial!


Was mich auch immer positiv überrascht ist die Verwendung von echtem Glas bei Fenstern und Laternen. Dies ist die schönste, klarste und realistischste Weise der Umsetzung. Ein Tipp an alle Hersteller, dies zu tun, wenn es das Modell zulässt! Zumindest im höheren Preissegment sollte es Standard werden.

Ich kann mit meinen Augen allein nicht beurteilen, ob ein Modell auch wirklich gut ist. Erst wenn ich es altere, komme ich mit der Zeit dahinter, ob ein Modell auch konstruktiv in Ordnung ist. Dass die Lok solide ist, dass sie gute Lötverbindungen aufweist und nicht zu empfindlich ist, um sie z. B. auch einmal vernünftig anfassen zu können. Und in dieser Hinsicht muss man dem Modell eine sehr gute Note geben!


Gibt es denn von meiner Seite nur Lob? Durchaus nicht, denn ich die zu öffnenden Türen sehe ich sehr wohl kritisch. Diese lassen sich nicht richtig schließen und gehen leicht wieder auf. Mit einem Tropfen Holzleim können sie ohne Schaden zu nehmen fixiert werden.
Insgesamt aber hat Wunder aus meiner Sicht einen neuen Weg eingeschlagen und hat mit diesem „Bügeleisen auf Rädern“ einen neuen Standard in Qualität und Preis gesetzt.

Die in diesem Beitrag abgebildete, patinierte Epoche-IV-Version in NEM ist noch unmittelbar bei Wunder zu bekommen!

Apropos: Wunder ist selbstverständlich auch auf dem 01TREFF in Maarn dabei!

dinsdag 20 november 2018

Wuppertaler Straße Teil III: Plastik fantastik

 Das hohe Gebäude, das das Modul optisch abschließt, hat seine endgültige Form erhalten.

Das Material, mit dem ich am liebsten arbeite, sind PVC-Platten (Forex). Die Platten klebe ich mit einem Standard-PVC-Kleber, die man auch für Abflüsse (Sanitärbereich) verwendet. Die Verbindung verschmilzt miteinander und sitzt dann wirklich bombenfest! Fertige Fenster und Türen von z. B. Zapf oder Bünnig sorgen dafür, dass man schnell ein richtiges Haus zusammensetzen kann. Ich lege sie auf die Wand, ziehe mit einer spitzen Feder die Konturen nach und schneide diese dann aus. Einfacher geht es nicht!


 Die Lokleitung in ihrer definitiven Form, noch vor der Behandlung mit Farbe.

Die farbliche Gestaltung der Gebäude ist auch nicht schwierig. Ich nehme gewöhnliche Latexfarbe (Wandfarbe), die ich mit einem Schwämmchen auftupfe. HEKI-Farbe ist übrigens auch hervorragend dafür geeignet. Dank des Schwämmchens erhält man ganz einfach eine raue Oberfläche, die wie Putz aussieht. Danach gut trocken lassen und den Vorgang nötigenfalls wiederholen.

Mit verschiedenen dünnen Washes erzeuge ich danach die Patina. Dunne Washes von Vallejo sind hierfür ideal. Zuerst aber den gesamten Untergrund mit einem Zerstäuber mit entspanntem Wasser nass machen. Dann fließt das Wash schön gleichmäßig.

Die Lokleitung nach dem Bemalen und Patinieren. In die noch nasse Farbe wurde äußerst feiner Sand gestreut.

Die Brücke hat als Basis auch eine PVC-Platte. Hierauf habe ich eine VOLLMER-Mauerplatte „Steinkunst“ geklebt. Diese ist auch in Spur 0 erhältlich, aber meiner Meinung nach besser für Spur 1 geeignet. Typisch für die Brücken in Wuppertal und Umgebung ist die Kombination aus Naturstein und Mauerwerk.
Dies habe ich auch bei meiner Brücke wiedergegeben. PVC-Platten lassen sich leicht ritzen, sodass Ziegelsteine einfach darzustellen sind.
Die Brücke erhält ein ziemlich massives Aussehen. Sie wird durch Abschlussleisten und ein zierliches Geländer verfeinert.

Alle großen Elemente lassen sich noch versetzen. Ich versuche die endgültige Befestigung so lange wie möglich hinauszuschieben, um die Inneneinrichtung und die Beleuchtung noch gut einbauen zu können. So bleibe ich bis zum Ende flexibel!

maandag 29 oktober 2018

Wuppertaler Straße Teil II: von 2D nach 3D

Nachdem ich eine Skizze und eine Versuchsanordnung in 1:10 gemacht hatte, wurde es Zeit, in 1:1 Dummies der künftigen Gebäude zu machen. Hier beginnt die Idee wirklich Form zu bekommen, und ich selber halte diese Phase für einen faszinierenden Teil des Modellbaus. Und dafür muss man sich vor allem Zeit nehmen, wenn man ein befriedigendes Endresultat haben möchte!
Die Höhe des Viadukts wurde an die NEM-Norm angepasst, um spätere Überraschungen zu vermeiden.


Die Brücke, die die Passage zum Schattenbahnhof kaschieren soll, ist das Schwierigste. Weil ich meine Gleise konsequent in einem Winkel von 4 Grad verlege und die Gebäude zudem parallel zu den Gleisen stehen sollen, gilt für sie das Gleiche. Das sorgt für zusätzliche Arbeit, aber der letztendliche Effekt ist viel schöner als bei Gleisen, die am Rand der Module entlanglaufen!

Der Übergang vom Vorder- zum Hintergrund ist bei einem Diorama mit wenig Tiefe die größte Herausforderung. Optische Tricks müssen angewandt werden, um ihn so fließend wie möglich verlaufen zu lassen. Das hohe Wohnhaus ist hier nicht nur schön, sondern auch notwendig.

Die zukünftige Lokleitung nimmt Form an. Dieses Gebäude ist dasjenige mit der geringsten Tiefe und verbindet den linken mit dem rechten Teil.
Mit Forex (PVC-Platten) erzielt man schnell ein Ergebnis. Diese Material lässt sich leicht schneiden, und man gewinnt rasch eine Vorstellung vom Volumen der Gebäude.
Weil ich unbedingt eine großzügige Hegob-Weiche mit 7,5 ° verwenden wollte und ich diese noch nicht hatte, war das Austüfteln hier eine echte Herausforderung.

Um der Lokleitung mehr Tiefe zu geben, bot sich ein kleiner Vorbau an. Dadurch erhält die Leitung eine gute Sicht auf das Terrein. Eine Eingebung, mit der ich letztlich sehr zufrieden bin!

Ich sehe dieses Diorama als Gemälde an und arbeite so lange an den Proportionen, bis ein harmonisches Ganzes entsteht. Gebäude werden zurechtgeschnitten oder erweitert. Nichts ist in dieser Phase definitiv. Und wie der nächste Post deutlich machen wird, habe ich kompromisslos noch eine Anzahl einschneidender Anpassungen vorgenommen.